Der Spamfilter K9

    Selbstgebastelte Anleitung ohne Gewähr!

 
   
Die Homepage für diesen Spamfilter findet man unter http://keir.net, dort ist eine genaue Beschreibung gegeben, allerdings in englisch. Die deutsche Beschreibung, auf die verlinkt ist, bezieht sich leider nur auf das Mailprogramm "The bat".

Einige Sätze voraus:

K9 funktioniert als FILTER für normale POP3-MAILACCOUNTS. Man bekommt folglich alle Mails zugestellt, "gute" wie "böse".
Es funktioniert allerdings NICHT mit Hotmail, AOL oder anderen Webmail-Varianten. Außerdem unterstützt es NICHT SSL oder zum Beispiel MSN-Accounts.
Sehr wohl funktioniert es hingegen mit gmx oder t-online. (Web.de oder arcor hab ich nicht ausprobiert, müßte aber eigentlich auch klappen.)
Sinn des Programms ist es, die guten Mails in den Eingangsordner zu verbringen, die bösen gleich in den Mülleimer.
Damit ist gewährleistet, daß man auch eine fehlerhaft als "böse" klassifizierte Mail jederzeit aus dem Mülleimer wieder in den Eingangsordner herausziehen kann.

Das Programm "K9" selber speichert seinerseits ebenfalls eine gewisse Anzahl von Mails, die man mindestens einmal pro Sitzung daraufhin überprüfen sollte, ob alle Mails korrekt klassifiziert worden sind. Am oberen Rand von K9 befinden sich diverse Symbole, mit denen man eine "gute" Mail, die fehlerhaft als Spam klassifiziert wurde, mit dem Button "Good" kennzeichnen kann. Umgekehrt gibt es den Button "Spam", mit dem man eine Spam-Mail markieren kann, die fälschlicherweise als "gut" gekennzeichnet war.
Das klingt vielleicht alles ein wenig kompliziert, aber wenn man erst einmal das Fenster vor sich hat, versteht man sehr schnell, was gemeint ist.

Zum Technischen: (soweit ich es laienhaft verstanden habe)

K9 wird SO konfiguriert, daß zuerst das Mailprogramm alle Mails vom Provider abholt, zu K9 weiterleitet, wo sie nach gut und böse gefiltert werden und dann über den Port 9999 (oder einen anderen beliebig einstellbaren Port) wieder an das Mailprogramm weitergeleitet werden.
Dazu muß man im Mailprogramm (ich verwende hier als Beispiel den Netscape Messenger) einige Änderungen an den Einstellungen für den Login-Namen und den Server vornehmen.

In medias res:

Wir holen uns zuerst K9 ab und installieren es.
Download als zip (direkt von keir.net) - 77k
Download als .exe-Datei (direkt von keir.net) - 113 k

Wir öffnen das Programm und wenden uns dem Karteireiter "Configuration" zu. Hier ist das Bild meiner Konfiguration, seht es euch gut an und markiert einfach dieselben Kästchen.
Links oben bei "Proxy", "Listen on port" habe ich das "9999" belassen.
Wenn ich mich recht erinnere, habe ich auf der rechten Seite geändert "Adding marker to the start of the subject line".
Links unten bei "Interface" hakt ihr am besten fast alles an, nur den Sound beim Eingang "guter" Mail habe ich weggelassen, aber ihr könnt euch ja für diesen Zweck irgendeinen Klang von eurer Festplatte suchen.

Die übrigen Optionen könnt ihr euch mal durchlesen und ggf. das eine oder andere verändern. Zum Beispiel die Anzahl der aufbewahrten "guten" und Spam-Mails (hier sind sie auf jeweils 200 Stück begrenzt).

Weiter mit dem Karteireiter "Advanced": Auch hier das Bild meiner Konfiguration, umgemünzt auf einen fiktiven Snafu-Account.
Hier kann man links unten beliebig viele Accounts eintragen, es sind dieselben Angaben zu machen wie normalerweise im Mailprogramm. Mit den blauen Pfeilen kann man vorwärts und rückwärts blättern.
Der angegebene Port "110" ist korrekt für die allermeisten Mailserver. Checkt das vorsichtshalber bei den bisherigen Einstellungen eures Messenger ab.
Rechts oben habe ich zusätzlich eine "Blackhole List" aktiviert, die sich bisher recht bewährt hat.


Für Outlook und Outlook Express ist rechts unten ein Button "Auto configure e-mail program". Ich verwende aus prinzipiellen Gründen kein Outlook, deshalb kann ich nicht sagen, ob und wie gut dieses funktioniert.

Wir starten jetzt dieses K9, das sich als blaues "K" in die Taskleiste setzt.

Damit wäre das Gröbste in K9 schon erledigt, wir wenden uns jetzt dem Netscape Messenger zu.

Hier geht ihr bei "Konten" zu "Einstellungen für dieses Konto zeigen", dort auf "Server-Einstellungen".
Bei Server-Name müßt ihr eintragen "127.0.0.1" - das heißt, das Mailprogramm sucht auf dem PC selber nach neuen Mails. Damit kommuniziert der Messenger mit dem K9.
Den Benutzernamen müßt ihr etwas verfremden. Vor den eigentlichen Login-Namen (der ja schon drinnenstehen sollte) setzt ihr den eigentlichen Server-Namen (z.B. pop3.snafu.de), danach mit Schrägstrich getrennt die Zahl "110". So wie ihr es auf dem Beispiel-Bild seht.
Sollte bei euch ein anderer Port als "110" eingetragen sein, müßt ihr logischerweise DIESEN hier eintragen, ebenso wie im "K9" beim Karteireiter "Advanced" "POP3 Server Check".
Die nächste Zeile Port ist ebenfalls sehr wichtig, dort ändert ihr das bisherige 110 in "9999" um.
Dann würde ich noch dringend empfehlen, daß ihr - zumindest anfangs - das Häkchen bei "Papierkorb beim Beenden leeren" zunächst einmal wegmacht.

Jetzt haben wir schon das Schlimmste hinter uns.

Als letztes müssen wir noch einen Filter im Netscape Messenger setzen, damit auch alle unsere Spam-Mails brav in den Papierkorb befördert werden.

Nach dem Klicken auf die Zeile "Nachrichtenfilter erstellen" öffnet sich das nächste Fensterchen, wo ihr euch den entsprechenden Mailaccount heraussucht. Danach auf "Neu".
Das nächste Fensterchen "Filter definieren".
Ihr vergebt einen beliebigen Namen für diesen Filter, z.B. "Spam", danach markiert ihr darunter das Feld "alle folgenden Faktoren müssen zutreffen" und fabriziert darunter die Zeile "Betreff" "enthält" - und ins nächste Feld tippt ihr den Begriff "[Spam]" ein. Damit haben wir bekanntlich im K9 unsere Spam-Mails markieren lassen.
Ganz unten müßt ihr jetzt noch angeben, was mit diesen Mails zu geschehen hat. In meinem Musterbeispiel habe ich angegeben "In Ordner verschieben" "gelöschte Nachrichten für beispiel@snafu.de".
Danach noch einige Male auf "OK" klicken, und das sollte es gewesen sein.
Und so ackert ihr euch durch alle eure Mailaccounts der Reihe nach durch.

Was müßt ihr nun weiter tun?

Unser K9 muß zuerst mal LERNEN, was gut und was böse ist. Zum Lernen müßt ihr immer wieder mal das blaue "K" in der Taskleiste anklicken, darauf öffnet sich das Fenster "Recent Emails". Hier sind die "guten" Mails blau dargestellt, die Spams in schwarzer Schrift.
Wenn ihr feststellt, daß trotz aller Vorkehrungen eine Spam-Mail in eurem Posteingang gelandet ist, müßt ihr diese immer noch per Hand löschen. Außerdem öffnet ihr eure "Recent Emails", markiert diejenige Mail und klickt in der oberen Leiste auf den Button "Spam" - damit lernt das Programm.
Umgekehrt funktioniert die Angelegenheit natürlich genauso, bloß ist die entsprechende Mail schon ausgefiltert und im Papierkorb des Messenger gelandet. Von dort müßt ihr sie wieder in euren Eingangsordner holen.

Nochmal zur Verdeutlichung: das K9-Fenster öffnet ihr einerseits, um nachzusehen, ob alles korrekt gefiltert wurde und zum zweiten, damit das Programm LERNT. Die tatsächlichen Mails landen nach wie vor im Messenger - entweder im Posteingang oder im Papierkorb.
Beim Erhalt "guter" Mail ändert sich das blaue "K" in der Taskleiste zur Farbe rot.

Wenn eure "Recent Emails" durchgeschaut und auf ihre korrekte Filterung überprüft habt, könnt ihr den oberen Button "Organize" drücken, damit werden sie in die "Storage Area" geschickt und dort - nach Gut und Böse sortiert - aufbewahrt. So lange, bis die Anzahl der zu speichernden Mails erreicht ist (in unseren Einstellungen jeweils 200 Stück). Danach werden sie gelöscht.

Die ganz Faulen unter euch können sich auch meine beiden Dateien "Good.dat" (519 k) und "Spam.dat" (809 k) jeweils mit der rechten Maustaste herunterladen, dort sind schon etliche Begriffe gespeichert, die dem Programm K9 dabei behilflich sind, korrekt zu filtern. Die beiden Dateien gehören in den Ordner C:\Programme\K9\Emails\Db\.

Und jetzt hoffe ich wirklich, daß ich alles genau beschrieben habe, so daß sich die K9-Willigen problemlos dieses Programm installieren, konfigurieren und klaglos benutzen können, ohne sich die kompletten Maileinstellungen zu verhunzen. Mir ist es jedenfalls nach zwei, drei kleinen Anlaufschwierigkeiten gelungen, obwohl ich Eudora benutze, wo man erst einmal gewisse Verrenkungen machen muß, um den Port für den Mailempfang zu ändern.

Auf alle Fälle übernehme ich keine Haftung für eventuelle Katastrophen!!!
 
 
 
  erstellt am: 28. 07. 2004  aktualisiert am:    
   
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